Nach dem trockenen Frühjahr war der Juni endlich wieder etwas durchwachsen. Die paar Regentage taten den Wiesen und Blumen und natürlich den Früchten der Gärten und des Waldes ganz gut. So beschlossen wir letzte Woche mit unseren Kindern ein paar Schwammerl (Pilze eigentlich nur Pfifferlinge, Stein- und Herrenpilze) in unseren Wäldern zu suchen, bevor sie uns jemand weggschnappt.
Katharina war beim Suchen nicht so ausdauernd, so musste ich “notgedrungen” mit ihr immer wieder eine Pause einlegen. Da wir beim Packen des Rucksackes das Bier für den Papa vergessen hatten beschlossen wir, die nächste Almhütte anzusteuern. Doch Johanna hatte beim Schwammerlsuchen noch Spaß. Nach einigen Bieren, einer ordentlichen Jause zwischendurch und ein “Gesundheitsschnapserl” für die Verdauung kamen auch die Mama und Johanna auf die Hütte nach.
Was ist das für ein Bröselkäse? Ist das Ziegenkäse? Solche oder ähnliche Fragen muss ich mir bei den gemeinsamen Ponywanderungen über unser “Nationalheiligtum”, den Sauerkäse, immer wieder anhören. Um dieser Sache auf dem Grund zu gehen und natürlich die neuen Käserei auf der Heugathalm von innen zu sehen, baten wir die Sennerin, uns ein wenig in ihre Geheimnisse einzuweihen. Überaus interessant erklärte sie uns die Produktion von verschiedenen Käsesorten und der Almbutter. Die Kinder durften einen Blick in den Käsekessel werfen und das Butterfass in Bewegung setzten. So konnten wir den Weg der Milch von der Kuh bis in den Käsekeller anschaulich verfolgen.
Zuerst möchten wir uns bei allen Gästen bedanken, die immer so fleißig unsere Blogbeiträge lesen! Seit dem letzten Beitrag sind ein paar Tage vergangen, doch wir hatten ja geschlossen und uns auch etwas Urlaub gegönnt
Aber wir haben die Zwischensaison nicht nur zum Faulenzen genützt – nein auch wir müssen uns mal weiterbilden:
Unsere Kindermädchen waren auf verschiedenen Schulungen in ganz Österreich unterwegs und sind mit vielen neuen Ideen zurückgekommen.
Wer sich beim Wandern wundert, warum so wenige Wildtiere anzutreffen sind, dem muss ich einen alten Spruch ans Herz legen: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Genau diesem Spruch haben auch wir uns angenommen und sind letzte Woche mal ganz früh aufgestanden. Ganz früh ist für mich 03:00 Uhr, normalerweise geht um diese Uhrzeit ein Wirt oft erst ins Bett, aber diesmal habe ich schweren Herzens das kuschelige Bett verlassen. Wie kalt wird es heute werden? Klarer Himmel, 7°C am Außenthermometer – das ist sehr kalt. Also rein in die lange Unterhose und dicke Lodenjacke und auf zur Hahnenbalz. Großteils ist die Balz schon vorbei, doch an manchen Stellen kann man sein Glück noch versuchen. Um kurz vor 04:00 Uhr waren wir an der besagten Stelle und höre da, der erste Hahn begann schon kurz darauf sein Balzritual. Hören konnten wir ihn gut, doch zwischen den Fichten sehen, das war eine schwierigerer Aufgabe. Der Hahn gab sich nicht zu erkennen. Etwas später gesellte sich noch ein zweiter in den Chor dazu und wir versuchten ein paar Bäume weiter unser Glück. Auch den konnten wir am Baum nicht erspähen und so blieb uns nichts übrig, als bei einer kleinen Lichtung zu hoffen, dass einer der beiden die Bodenbalz anstimmt. Knappe 2 Stunden später war es dann endlich so weit: Ganz überraschend kam einer der beiden auf unseren Schirm ganz aufgebracht zugeschritten. Vor lauter Schreck konnten wir die Kamera nicht mehr bewegen, so nah war er da. Doch zum Glück stellte er sich später doch noch ordentlich ins Bild, damit wir auch ein schönes Andenken von ihm mitbringen konnten.
Da der Morgen so erfolgreich war, suchten wir noch die Hochalm auf, in der Hoffnung nun auch noch den kleinen Hahn bei der “Sonnenbalz” zu erspähen. Auch diesmal war das Glück auf unserer Seite und ein Hahn zeigte sich am Baumwipfel für die Linse. Zufrieden mit unseren Erlebnissen machten wir uns dann auf den Weg nach Hause.
Immer wieder werde ich bei meinen Wanderungen gefragt: Wie bekommt Ihr das Holz aus dem Wald? Mit dem Pferd, von Hand, oder mit dem Hubschrauber? Als wir vom Familienhotel Waldhof gestern noch zum Abschluss der Almsaison auf die Maurachalm gewandert sind, hatten wir die Möglichkeit den Holzarbeitern über die Schulter zu schauen. Für die Kinder und natürlich auch für die Erwachsenen war es ein interessantes Erlebnis, wie die Baumstämme den Berg heraufgezogen wurden. Oben angekommen wartete schon der Bagger mit dem Prozessor, und es gab kein Entrinnen mehr. Die Stämme wurden automatisch “entastet” und entsprechend “abglängt”. Danach werden sie dann vom LKW abtransportiert.
Nach reichlicher Stärkung und gemütlicher Hausmusik traten wir dann wieder den Heimweg an. Vielen dank an die Familie Gschwandtl für die gute Bewirtung und musikalischen Darbietungen während des Sommers auf Ihrer Alm und natürlich an alle anderen Almbauern, die immer eine warme Stube und Verpflegung für müde Wanderer bereit hielten.