Als wir gehört haben, dass es auf der Kreealm “Bichlhütte” ein noch zahmeres Murmeltier wie unsere Sissi und den Franz gibt, mussten wir natürlich gleich eine Wanderung dorthin unternehmen. Die Kreealm lohnt sich in mehrerer Hinsicht, um sie zu besuchen. Mit etwas Glück, dass wir auch hatten, konnten wir einige Gemsen und ein paar Stück Rotwild bei der “Äsung” (fressen) beobachten und oben war dann natürlich das Murmeltier “Heerfred” der Star bei den Kindern. Auf den Armen der Sennerin Claudia fühlt er sich auch ganz sicher, doch ein wenig geheuer waren ihm die vielen Kinder dann doch nicht. Aber es gibt noch einen so schönen Spielplatz auf der Kreealm mit Kaulquappenteich und Kletterhaus, das war dann gleich wieder interessanter und “Heerfred” konnte in Ruhe seine Belohnung genießen.
Gestern war ein herrlicher Sonnentag. Die 30 °C Grenze wurde fast wieder erreicht. Da hielt es uns natürlich nicht mehr im Hotel und wir haben kurzerhand entschlossen, unseren Grillabend auf der Alm anzusetzen. Viele Gäste ließen sich dieses “Abendessen mal anders” nicht entgehen. Da muss man einfach mit dabei sein! Unsere Küchenmannschaft hat wieder ein leckeres Buffet gezaubert und bei der atemberaubenden Kulisse schmeckte es noch besser.
Die Kinder hatten nicht so viel Zeit zum Essen, denn unsere Kinderbetreuerin “Lilli” wartete schon mit lustigen Spielen. Und da ließ der 2. Hunger der Kinder nicht lange auf sich warten. Aber kein Problem – einfach das Lagerfeuer anheizen und schon starteten wir den 2. Grillgang – Marshmallows schmecken vom Grill besonders lecker!! Die Lagerfeuerstimmung wurde beim Sonnenuntergang perfekt!
Aber seht selbst:
Dass es in Großarl auch E-Bikes zu verleihen gibt, das hatten wir Wirte schon länger gewußt. Aber dass damit solch “Sportskanonen” wie der “Lift Sepp” ohne Schweiss auf die Bichlalm kommt, das hätten wir uns nicht träumen lassen. Vom Sepp seinen Erzählungen motiviert hat auch uns Wirte der Eifer gepackt, und wir haben beim Thomas Lackner und beim anderen Sepp (Maier Sepp) angeklopft, ob wir nicht auch so eine Tour machen könnten. Erstes Resümee der beiden: Mit diesen sportlichen Körper geht sich wahrscheinlich nur eine der niedrigen Almen aus. Also sind der Franz und die Helga vom Hotel Almrösl, der Markus vom Großarler Hof, der Hannes von der Pension Dorfer, der Bruno von der Pension Neumayr und natürlich ich der Sepp vom Kinderhotel Waldhof mit technischer Begleitung vom Maier Sepp losgeradelt. Erster Halt war das Hotel Almrösl, wo der Maier Sepp mit leichten Seitenblick auf diverse Bäuche einen Akkuwechsel angeordnet hat. Dann gings den Hubalmweg hoch bis zur Kapelle, von wo wir zur Hirschgrubenalm abbogen. Nach ca. 35 min Fahrzeit erreichten wir die Hirschgrubenalm, wo zu meinem Erstaunen der Puls immer noch 120 hatte, und der Akku noch fast halbvoll war. Wenn ich Jäger wäre, würde ich mir so ein Gerät sofort kaufen, ohne Schweiß und Lärm zum Hochstand, doch es gibt sie auch zum ausleihen bei Intersport Lackner. Vielen Dank noch für die technische Begleitung und natürlich für den Verleih eines so tollen Sportgrätes.
Es gibt sie noch, die geschützten Blumen unserer Berge. Man muss nur wissen, wo sie zu finden sind. Hätte mich wer gefragt, wo kann man den Türkenbund sehen, wäre als Antwort wohl das Schödertal im Nationalpark Hohe Tauern oder am Jägersteig im Pitzach (Hochalmgebiet unterm Glaserer) gekommen. Doch bei meiner letzten Wanderunge auf die Arlspitze und dem Schuhflicker haben wir den Rückweg über den Lichtensteinkopf angetreten. Als wir am Kreuz eine Rast einlegten und den Blick nach Großarl genosssen, hatten wir auch den seltenen Türkenbund enteckt. Ein paar Meter weiter ist Richtung Aualm blühte auch noch der Enzian. Nicht der, den alle kennen, sondern der gelbe aus dessen Wurzel der Enzianschnaps gemacht wird. Nach so einer “naturnahen” Wanderung haben wir uns die Rast auf der Aualm gegönnt. Die Kinder konnten sich auf dem tollen Spielplatz vergnügen und ich freute mich auf meine Käsejause, die hier besonders lecker ist.
Gestern war es endlich soweit – der Tag X! Der Almenspielplatz “Gaudi-Alm” hat seine Tore geöffnet. Lang ersehnt haben wir alle diesen Tag - vor allem die Kinder! Es müssen zwar noch ein paar Kleinigkeiten fertig gestellt werden (ein Stück vom Rasen fehlt noch, die eine oder andere Blume wird noch gepflanzt, …), aber das stört beim Spielen überhaupt nicht!!!
Wir, vom Kinderhotel Waldhof, haben diesen Tag X natürlich gefeiert. Eine tolle Eröffnungsparty mit Würstelgrillen, Limos und natürlich Bier für die Eltern durfte also nicht fehlen.
Die Kinder hatten sowieso keine Zeit für die Feier, denn auf diesem Riesen-Spielplatz gab es viel zu entdecken. Und wann testet ihr die “Gaudi-Alm”?
Hier noch ein paar Bilder von der Feier und dem neuen Spielplatz. Danke an die Familie Sunko für die tollen Fotos!
Ein Brauch der nur noch in Großarl gepflegt wird ist das Ölbergsingen am Gründonnerstag und das Leiden-Christi-Singen am Karfreitag im Dorf. Abends beim Einbruch der Dunkelheit begeben sich die umliegenden Bauern am Gründonnerstag und am Karfreitag “Dorfer” (Männer aus dem Ortskern) von 20:00 Uhr abends bis 04:00 morgens zu jeder vollen Stunden zur Kirche. Von dort wird dann in einzelnen Stationen durch das Dorf der Leidensweg Christi besungen. Zwischen den vollen Stunden stärken sich die Männer in den einzelnen Gaststätten um den Marktplatz, bei privaten “Gönnern” oder im Pfarrzentrum. Abends um 20:00 Uhr sind noch zahlreich Zuhörer anzutreffen aber ab Mitternacht werden sie immer weniger. Doch auch noch spät nachts hat der Besuch dieses Brauchtums etwas Besonderes. Wenn man nach der Hektik des Abends auf den Dorfplatz kommt, wird man sofort in österliche Stimmung versetzt. Wer die Möglichkeit hat, darf dieses einmalige Schauspiel nicht verpassen!